Eine kurze Geschichte von UMTS

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Zuletzt aktualisiert: Freitag, 29. August, 2008

Autor dieses Gastbeitrags ist Petr Nemec vom UMTS Blog zum Thema Mobiles Internet über UMTS.

Der Übertragungsstandard UMTS schickt sich an, die Mobilfunkwelt nachhaltig zu verändern. Die Technologie eignet sich nämlich nicht nur zum Telefonieren: Seit ihrer schrittweisen Einführung ab dem Jahr 2002 ist UMTS vor allem als besonders leistungsfähiger mobiler Datenschaufler in Erscheinung getreten.

Umgekehrt lässt sich sagen, dass in der Zeit vor UMTS die mobile Datenübertragung so gut wie keine Rolle gespielt hat. Das lag vor allem an den dürftigen Übertragungsraten und an den saftigen Gebühren, die z.B. den mobilen Zugang zum Web vor der Jahrtausendwende für die Allermeisten unerschwinglich machten. Zum Vergleich: Bei der Mobilfunktechnologie GPRS, die noch auf dem ursprünglichen GSM-Netz aufsetzt und zu den Mobilfunktechnologien der zweiten Generation (2G) gehört, liegt die maximale Downloadrate bei knapp 55 Kbit/s, was in etwa der Bandbreite eines Analog-Modems entspricht. Bei der 3G-Technologie UMTS hingegen sind bis zu 384 Kbit/s möglich. Wenn ein Netzbetreiber sein UMTS-Netz zusätzlich mit HSDPA aufrüstet vervielfacht sich dieser Wert noch einmal auf aktuell bis zu 7,2 Mbit/s. Aus technischer Sicht hat UMTS das Internet bzw. den Internetzugang sozusagen ‚übertragbar‘ gemacht, viele neue Anwendungsmöglichkeiten geschaffen und die Flexibilität der Menschen in Beruf und Alltag erhöht. Inzwischen beherrschen etliche mobile Endgeräte Übertragungen über UMTS oder sogar HSDPA. Beim Einsatz in einem modernen UMTS-Netz sind sie in vielerlei Hinsicht ähnlich leistungsfähig wie gängige DSL-Anschüsse. Gleichzeitig können sich heute deutlich mehr Menschen eine schnelle ‚mobile DSL-Flatrate‘ leisten als vor 10 Jahren den langsamen Internetzugang via GPRS, der in den meisten Fällen geschäftlichen Nutzern vorbehalten war.

Außerdem spielt UMTS für die Mobilfunk-Betreiber selbst eine wichtige Rolle. Für Vodafone, T-Mobile & Co. sind mobile Datendienste alles andere als eine kleine Ergänzung zu den Handy-Angeboten. Da die Umsätze mit der Sprach-Telefonie in der Branche seit einiger Zeit stagnieren spielt der Boom im Bereich Mobiles Internet eine Schlüsselrolle bei der zukünftigen Wachstumsstrategie der meisten Mobilfunker.

Die Bedeutung von UMTS lässt sich gut an einer Entwicklung aufzeigen, die normalerweise nicht viel Aufmerksamkeit  auf sich zieht: Und zwar hat mit T-Mobile einer der führenden deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber erstmals Datentarife in sein Programm für Empfehlungen bzw. Freundschaftswerbung aufgenommen. Als Voraussetzung für diese Art der Vermarktung, müssen zunächst einmal genügend Nutzer eines Angebots vorhanden sein, die bereits sehr gute Erfahrungen mit dem Produkt gemacht haben, und bereit sind, es für eine Aufwandsentschädigung in Form einer Prämie an Freunde oder auch innerhalb der Familie weiter zu empfehlen. Dass jetzt UMTS-Datentarife im T-Mobile-Programm auftauchen  ist insofern bemerkenswert, da Internetanschlüsse zuvor üblicherweise nur von Festnetzanbietern über Freundschaftswerbung vermarktet wurden. Im Übrigen lässt sich T-Mobile solche Empfehlungen tatsächlich einiges kosten: Im Rahmen einer Sommer-Aktion wurden die Prämien von maximal 70 auf bis zu 100 Euro pro Empfehlung bzw. Vermittlung angehoben. Eine DigiCam-Verlosung soll potentiellen Empfehlern zusätzliche Anreize bis Ende September liefern.

UMTS ist inzwischen voll im Massenmarkt angekommen und man darf trotz kleinerer Fehlentwicklungen darauf gespannt sein, wie diese Technologie (und ihre Nachfolger) unsere Sichtweise vom Internet und unsere Nutzungsgewohnheiten verändern wird.

Autor dieses Gastbeitrags ist Petr Nemec vom UMTS Blog.

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